Raynaud Syndrom – Was bedeutet das eigentlich?

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Für das Raynaud-Syndrom – Morbus Raynaud – sind plötzliche schmerzhafte Gefäßkrämpfe, wie plötzlich eisige, verfärbte Finger bei Kälte oder Stress typisch.

Das Raynaud-Syndrom: Plötzlich eisige, verfärbte Finger

Es ist oftmals schon ausreichend, wenn eine eisgekühlte Flasche in die Hände genommen werden, damit die Kälte mit einem beißenden Schmerz durch die Finger und Hände fährt und manchmal sogar bis in die Zehen geht. Beim Raynaud-Syndrom schießen die normalen Gefäßreaktionen über das normale Maß hinaus.

In dem Fall ziehen sich die Fingerarterien abrupt zusammen und das Blut entweicht, wodurch die Haut blass und blau wird. Ein solcher Gefäßkrampf kann bis zu 30 Minuten anhalten und strömt das Blut dann wieder in die Finger zurück, dann nehmen diese oftmals eine rote Farbe an und beginnen zu schmerzen. Aber nicht nur Kälte kann solche Attacken auslösen, sondern auch Stress oder sogar heftige Gefühlsregungen.

Zwei Formen des Raynaud-Syndroms

Das Syndrom wurde erstmalig 1862 von dem Medizinstudenten Maurice Raynaud beschrieben. Heute wird von den Medizinern zwischen zwei Formen des Raynaud-Syndroms unterschieden.

Bei dem primären Raynaud-Syndrom ist die Ursache unbekannt. Das sekundären Raynaud-Syndrom tritt in Zusammenhang mit anderen Erkrankungen auf, wie beispielsweise Sklerodermie, einer erblichen Erkrankung des Bindegewebes, bei Überdosierung bestimmter Medikamente oder nach Verletzungen.

Besonders Frauen im Alter zwischen 20 und 40 Jahren erkranken an der zweiten Form des Raynaud-Syndroms. Sie sind zudem fünfmal häufiger betroffen als Männer. Schätzungen ergeben, dass rund 3 % der Bevölkerung an den typischen Symptomen des primären Raynaud-Syndroms leiden.

Die Symptome des Raynaud-Syndroms

Für das Raynaud-Syndrom ist es typisch, dass sich die Finger – außer dem Daumen – oder sogar die Zehen aufgrund einer gestörten Blutzufuhr anfallsweise als erstes blass färben und später dann blau. Bei einem solchen Anfall leiden die Betroffenen unter Taubheitsgefühlen, Missempfindungen und sogar teilweise unter Schmerzen. Diese Attacken dauern in der Regel nicht länger als 30 Minuten, aber können auch länger anhalten. Im Anschluss ist die Haut dann oftmals rot gefärbt. Die Raynaud-Syndrome Symptome werden als Trikolere-Phänomene bezeichnet.

Diese Symptome treten bei dem primären Raynaud-Syndrom an beiden Händen oder den Füssen auf und bei dem sekundären Raynaud-Syndrom ist zumeist nur eine Seite betroffen. Sollten die Verkrampfungen über einen längeren Zeitraum andauern, dann werden die Gefäße dauerhaft geschädigt. In dem Fall kann das Gewebe absterben und es bilden sich Nekrosen. Jedoch treten diese Schäden in der Regel nur als Komplikation eines sekundären Raynaud-Syndroms auf.

Wie kann dem Raynaud-Syndroms vorgebeugt werden?

Um den Gefäßkrämpfen vorzubeugen ist ein konsequenter Schutz vor Kälte und Nässe notwendig. Dabei können besonders warme oder beheizbare Handschuhe und Socken helfen. Auch kleine Taschenwärmer, Mützen und Schals helfen, den Krämpfen vorzubeugen.

Für einen jeden, der an einer Gefäßstörung leidet, ist Rauchen ein absolutes Tabu und auch die Arbeit mit vibrierenden Geräten sollte gemieden werden. Zudem ist regelmäßige Bewegung hilfreich um die Durchblutung anzuregen, wobei Sportarten gemieden werden sollten, bei denen die Hände stärker belastet werden.

Auch gezieltes Entspannen, wie bspw. autogenes Training und Stressabbau sind grundlegende Maßnahmen, um den Gefäßkrämpfen vorzubeugen. Einige Betroffene profitieren sogar von einer Diät, die reich an Omega-3-Fettsäuren ist.